Wir gehen in die nächste Runde mit einem neuen Buch!

Von März bis Mai 2026 findet die sechste Durchführung der Aktion Frauenfeld liest ein Buch (FLEB) statt. Dieses Frühjahr lesen wir gemeinsam Usama al Shahmanis neusten Roman "In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied".

Frauenfeld liest ein Buch ist eine Aktion vom Verein Lesefeld in Kooperation mit der Buchhandlung saxbooks und der Kantonsbibliothek Thurgau.


Die FLEB-Veranstaltungen im Überblick

Im Zentrum der Aktion steht natürlich wie immer das Lesen! Dazu kommt ein Rahmenprogramm mit sechs verschiedenen Anlässen. Mehr Infos zu diesen Events findest du oben unter "Veranstaltungen".

  • 7. März: Silent Reading Rave
  • 25. März und 2. April: Wohnzimmerlesungen (Bei dir zu Hause?)*
  • 16. April: Kinoabend im Cinema Luna
  • 9. Mai: Spaziergang mit dem Autor
  • 30. Mai: Gespräch am Bücherfest

Mehr zur diesjährigen Ausgabe von FLEB

Zur Auswahl
Für die Aktion Frauenfeld liest ein Buch haben wir uns für den Roman "In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied" des Autors Usama Al Shahmani entschieden. Ein Buch von einem Schriftsteller, der lange Zeit in Frauenfeld gelebt und gearbeitet hat und zu einem Thema, das mit dem Aufflammen des Palästinakonflikts leider wieder an Aktualität gewonnen hat.

Zum Inhalt
Gadi lebt als Dozent für hebräische Sprache in Zürich, als sein Vater in Israel im Sterben liegt. Über dreissig Jahre hatte er keinen Kontakt mehr zu ihm. Wider Willen reist er ans Krankenbett des Vaters, nach seinem Tod bleibt ein unbequemes Erbe: eine Tasche mit Tagebüchern und Aufzeichnungen sowie der letzte Wunsch, die Hälfte seiner Asche solle in den Tigris gestreut werden. 
Als Gadi in einem der Hefte zu lesen beginnt, begegnet ihm nicht nur ein unbekannter Vater, sondern auch ein dunkles Kapitel der irakischen Geschichte: die Vertreibung der dort seit über 2500 Jahren ansässigen jüdischen Bevölkerung unter tatkräftiger Hilfe der Nationalsozialisten. 1934 in Bagdad geboren, erlebte Gadis Vater die Ausgrenzungen bis zu den Pogromen und der Flucht nach Israel. 
Ein eindrücklicher Roman über ein Stück irakischer Geschichte und abgeschnittene Lebensfäden, untrennbar verbunden mit dem Nahostkonflikt, der kolonialen Vergangenheit Europas und dem Nationalsozialismus. (Quelle: Limmat Verlag)

Zum Autor
Usama Al Shahmani, geboren 1971 in Bagdad und aufgewachsen in Qalat Sukar (Nasiriya), hat arabische Sprache und moderne arabische Literatur studiert. Er publizierte drei Bücher, bevor er 2002 wegen eines Theaterstücks fliehen musste und in die Schweiz kam, wo er zuerst deutsche Werke ins Arabische übersetzte. Seit 2021 ist er Literaturkritiker beim «Literaturclub» des Schweizer Fernsehens SRF. Sein erster Roman «In der Fremde sprechen die Bäume arabisch» wurde mehrfach ausgezeichnet. Seither sind die Romane «Im Fallen lernt die Feder fliegen», «Der Vogel zweifelt nicht am Ort, zu dem er fliegt» und «In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied» erschienen. Usama Al Shahmani lebt in Zürich. (Quelle: Limmat Verlag)

Bewirb dich jetzt mit deinem Wohnzimmer!

Nimm die Literatur mit zu dir nach Hause - so funktionierts:

Unsere zwei Wohnzimmerlesungen finden am 25. März und 2. April um 19.00 Uhr statt, das steht schon Mal fest. Wo diese beiden Lesungen stattfinden, ist jedoch noch offen. Hast du Lust, Usama Al Shahmani und ein kleines Publikum in deinen eigenen vier Wänden zu hosten, dann bewirb dich ab jetzt und bis zum 15. März bei uns via Turn on Javascript! als Gastgeber*in.

Folgende Bedingungen sollten für eine Bewerbung erfüllt sein:
  • Dein Zuhause liegt in Frauenfeld
  • Du hast Platz und Sitzgelegenheiten für 20 Personen
  • Du bist gerne Gastgeber*in und bist bereit, etwas zu trinken und evtl. etwas Kleines zu knabbern bereitzustellen.

Beantworte uns in deiner Bewerbungsmail mindestens folgende Fragen: 
  1. Wer bist du, wer seid ihr? 
  2. Für welches Datum bewirbst du dich? 
  3. Wie lautet deine Adresse? 
  4. Wie viele Sitzplätze hast du zuhause? 
  5. Wieso soll die Sofa-Lesung bei dir zuhause stattfinden?

Los geht's!

Komm ins Gespräch!

Frauenfeld liest ein Buch möchte nicht nur das Lesen sondern auch das gemeinsame Nachdenken über ein literarisches Werk fördern. Dafür eignet sich Usama al Shahmanis Buch besonders gut - ihr werdet sicher reichlich Diskussionsstoff finden. Wer noch zusätzliches Gesprächsfutter sucht und Lust hat, sich allein, mit Freund*innen und Familie, oder mit dem eigenen Lesezirkel auszutauschen, findet hier ein paar Anstösse:

  • Gadi und sein Vater hatten 30 Jahre lang keinen Kontakt, als der Anruf aus dem Krankenhaus Gadi erreicht. Warum fliegt er trotzdem hin? Gibt es Personen in deinem Leben, zu denen Du den Kontakt verloren hast? Wenn ja, unter welchen Umständen könnte eine neue Brücke geschlagen werden? 

  • Was geht in Gadi vor, als es immer klarer wird, dass er den Wunsch seines Vaters erfüllen will und tatsächlich die Asche im Tigris verstreut? Welche familiären Verpflichtungen begleiten Dich seit Deiner Kindheit? 

  • Wie konnte es in Bagdad damals überhaupt so weit kommen, dass so viele Jüdinnen und Juden vertrieben wurden? Welche Faktoren trugen dazu bei und wie sind sie im Buch geschildert? 

  • Was gibt es für Werkzeuge, die wir im kleinen Rahmen nutzen können, um Ausgrenzung zu verhindern? 

  • Welche Rolle spielt Myras Figur für die Geschichte? Gibt es in deinem Leben so jemand wie Myra?

  • Was kann der Roman leisten, das ein Geschichtsbuch vielleicht nicht leisten könnte? 

  • Der spanische Philosoph George Santayana behauptet: "Wer nicht aus der Geschichte lernt, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen". Was haben wir für Mittel, um uns die Geschichte präsent zu halten, ohne den Blick nach vorn zu verlieren?



Viel Spass beim fröhlichen Diskutieren! :-)